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Assassins Creed Rogue #1212 Gameplay und Kommentar Gameplay Deutsch German

Assassin’s Creed Rogue

28.06.2015 Oli 0 Comments

Das letzte Assassin’s Creed, das ich spielte war Teil 1. Mit Rogue und einer anderen Perspektive auf die Geschehnisse. Ich war gespannt, ob die vielen Jahre der Entwicklung das Gameplay soweit polieren konnten, dass auch ich meine Freude daran finden kann. Meine Perspektive auf das Spiel ist daher nicht die des langjährigen Fans, sondern die eines Neueinsteigers in die Reihe.

Kurzbeschreibung

Entwickler: Ubisoft
Jahr: 2014/2015
Steam: http://store.steampowered.com/app/311560/
Kaufempfehlung? Für Fans der Reihe
PRO
  • Setting und Atmosphäre sind relativ gut umgesetzt
  • Schöne Gestaltung von Kleidung und Architektur
  • Interessante Seeschlachtmechaniken
  • Verbesserungsmöglichkeiten von Charakter und Schiff durch Erkundung der offenen Welt
  • Verschiedene Weltgebiete bieten diverse Herausforderungen, wie die Eroberung von Inselgruppen und Stadtgebieten in New York
  • Andere Perspektive auf die bisher präsentierte Geschichte

CONTRA

  • Immer noch sehr fickrige und schwammige Steuerung
  • Irritierende Wahl von Ankerpunkten für Parkour-Einlagen
  • Doppelte und dreifache Belegung von Tasten, die sich nicht umgehen lässt (z.B.: Parrieren, Zielen, Benutzen, Fallen lassen: alles eine Taste)
  • Mangelnde Kommunikation mit dem Spieler – vieles, was das HUD zeigt, wird als bekannt vorausgesetzt. Bei einem Neueinstieg in die Reihe, ziemlich ärgerlich
  • Unfassbar verwaschene und billige Texturen an vielen Stellen (sehr deutlich beim Erdbeben von Lissabon) – absolut unangemessen für einen AAA-Titel
  • Story kommt erst nach 3-5 Stunden ein wenig in Schwung
  • Kaum ein Gefühl von Dringlichkeit, solange kein Timer eine Mission automatisch scheitern lässt, sollte die Zeit verstreichen

Es fiel mir schwer, mir Urteil zu bilden. Ich bin sicher, dass viele meiner Probleme – Steuerung, Tastenbelegung und Parkourprobleme – für jemanden, der die Reihe schon lange spielt, gar kein Problem sind. Bestimmt wäre es auch für mich möglich noch ein paar Stunden zu üben und die Finessen der Systems zu lernen und damit besser zu werden. Dennoch will ich meine ehrliche Erfahrung mit dem Spiel wiedergeben und möchte einen direkten Vergleich zu Middle-Earth: Shadow of Mordor ziehen. ME:SoW macht die Parkoursteuerung genau so, wie sie sein sollte. Der Charakter stürzt sich nicht wahllos in den Tod, weil der unerfahrene Spieler den Abstand zwischen Kante und Absprung falsch einschätzt. Statt sich sinnlos zu opfern, wird hier automatisch der nächst beste und logische Pfad gewählt.

Bei Assassin’s Creed wage ich mich kaum, jemandem bei einer Verfolgungsjagd hinterher zu sprinten. Lieber hüpft Shay nämlich 15x über den selben Kistenstapel, weil ich die Kamera nicht optimal positioniert habe, statt sich auf den Gegner zu stürzen. Genauso kann ich kaum erkennen auf welchen Gegner ich mich eigentlich stürzen werde, sobald ich es vorhabe. Mehrfach stach ich irgendeine unschuldige Seele ab, während mein Ziel frisch und fröhlich davon spurtete. Im Sprint wird man fast magnetisch an Wände gesaugt, die man dann erklimmen darf, obgleich man die Kamera auf einen Karren zentriert hatte, über den man springen wollte.

Gerade bei der Tastenbelegung kann ich nicht nachvollziehen, weshalb es hier keine besseren Optionen für Spieler der PC-Version gibt. Weshalb muss unbedingt eine Taste mit vier unterschiedlichen Aktionen belegt sein? Ich habe kein Verständnis für diese Entscheidung. Mir hat es das Leben wirklich schwer gemacht. Ich wäre deutlich einfacher damit zurechtgekommen, hätte ich die Funktionen anders und für meinen persönlichen Stil, besser belegen können.

Bei der Kommunikation mit dem Spieler verhält sich Assassin’s Creed ein wenig wie ein trotziger Partner. Nach 5 Jahren Beziehung hat man eben keine Lust mehr zu erklären wo genau die Müllbeutel in der gemeinsamen Wohnung sind. Nach so viel gemeinsamer Zeit, könnte man das ja mal gefälligst wissen! Blöd nur, wenn man nicht Teil dieser langjährigen Beziehung ist. Da blinkt zwar irgendwas, aber dank der ungewohnten Steuerung bin ich leider zu sehr damit beschäftigt nicht abgestochen zu werden. Da bleibt keine Zeit, noch realisieren zu können, dass da ganz oben links ein kleiner, unscheinbarer Balken den Lebenszustand meines Schiffes als fallend signalisiert.

Unabhängig d ist die Story wirklich langweilig gestaltet. Geh auf Insel X, höre dir Dialog Z für 1min30sek an, fahre zu Insel Y, bekämpfe dabei Schiffe 1-6, höre dir Dialog D auf Insel Y für 1min30sek an, fahre zurück zu Insel X, höre dir Dialog N für 1min30sek…. Und so geht es fröhlich weiter, bis man endlich zu der Stelle kommt, an der es zum Bruch zwischen dem Protagonisten und der Bruderschaft kommt. Hier setzte dann auch direkt das ein, was mich am ersten Assassin’s Creed unfassbar nervte:

In der Sekunde, in der es spannend wird, werde ich aus der Animus zurück in die vollkommen überflüssige Gegenwart geholt. Hier kann ich durch ein blödes Büro stapfen, ein Minigame absolvieren und dann auf dem Weg zurück Werbung für Assassin’s Creed Black Flag anschauen. Dann wird mir erklärt man könne die Story nicht genau da fortsetzen, wo man aufgehört hat und man muss jetzt den Gaul von hinten aufzäunen und erst mal in der Zukunft des Charakters rumstochern, bis man die Vergangenheit ansehen darf, wo es gerade spannend war.

Damit ist jegliches Gefühl von Immersion auch direkt zerstört und ich muss erst anderes Zeug erleben, was mich nicht interessiert, bis ich erleben darf, was mich gerade interessiert.

Das heißt nicht, dass alles schlecht ist. Einige Dinge haben mich ja überhaupt erst zum Kauf bewegt. Dazu gehört die Möglichkeit im frühen New York herumstiefeln zu dürfen, Orte wie Five-Points sehen zu können, und die wunderschön gestaltete Architektur sowie Kleidung im Spiel zu genießen. Auf dieser Ebene punktet Assassin’s Creed Rogue definitiv bei mir. Ich finde auch die Anreize für den Spieler, die Welt zu erforschen, ausreichend interessant. Abseits der Hauptstory geht man Inseln und Ecken erkunden, sammelt Ressourcen dort und zu hoher See und verbessert so den eigenen Charakter nach und nach. Diese Elemente sind angenehm implementiert, obgleich die Menüführung nicht sonderlich klasse ist.

Meine abschließende Empfehlung ist daher: Man kann es sich zulegen, wenn es mal im Angebot ist. Leider gibt es die Option nicht, daher spreche ich eine generelle Empfehlung aus. Das hat den Grund, dass ich überzeugt bin, dass Fans der Reihe hier definitiv ihre Freude haben werden und können. Die Story ist vielversprechend, obgleich sie sich nicht sonderlich gut verkauft.

Selbst ich kann mit all meinen Kritikpunkten noch viele Stunden mit Assassin’s Creed Rogue verbringen. In meiner Zukunft mit dem Spiel liegt auch die lockende Gewissheit, irgendwann den Bogen raus zu haben und damit dann noch mehr Erfolgserlebnisse zu haben.

Dennoch sehe ich auch nach so vielen Jahren massiven Raum für Verbesserungen. Schlammige Texturen und ausgeschnittene Hintergrundbildchen für die Illusion von Tiefe und Weite, sind absolut inakzeptabel für einen AAA-Titel dieser Tage. Auch die Parkour-Steuerung ist mittlerweile besser gemacht worden, das Selbe gilt für den Kampf. Ich hoffe, dass Ubisoft irgendwann innehält, und aufhört die Spieler mit ständig neuen Titeln der Reihe zu bewerfen und die Zeit nutzt, das Spiel grundlegend zu verbessern.

Dieses Review bei Steam: http://steamcommunity.com/id/peterbus/recommended/311560

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