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Peterbus & die Exzellente Schar

Zusätzlichen Arbeitsspeicher nutzbar machen – so geht’s!

13.04.2014 Oli 0 Comments

Eigentlich ein klarer Fall: Je mehr Arbeitsspeicher im Rechner verbaut ist, desto zuverlässiger versehen die genutzten Programme ihren Dienst. Sollte man meinen, stimmt aber leider nicht ganz: Je nachdem, welche Betriebssystemversion (z.B. Windows 7, 32 Bit vs. Windows 7, 64 Bit), kann es sein, dass eine Speichererweiterung auf 4 GB oder mehr wirkungslos bleibt. Dank eines kleinen Tricks kann der zusätzliche Speicher aber wenigstens zum Teil nutzen.

Mehr Arbeitsspeicher für die Programme

Die 1 bis 2 GB RAM Arbeitsspeicher, die noch vor ein paar Jahren üblich waren, reichen vielen neueren Anwendungen nicht mehr. Deshalb muss noch lange kein neuer Rechner her – die Alternative: günstiger Arbeitsspeicher, mit dem sich auch ältere Geräte preiswert flottmachen lassen.

Das Problem: Sowohl die Home Edition von Windows XP (XP sollte man ohnehin keinesfalls mehr als Betriebssystem nutzen) als auch die 32-Bit-Versionen von Windows Vista und Windows 7 können offiziell maximal 4 GB RAM verwalten, und selbst die können nicht beliebig genutzt werden. Anwendungen, die unter den 32-Bit-Versionen von Windows laufen, können höchstens 2 GB Arbeitsspeicher nutzen; den Rest beansprucht das System für sich. Wenn man Bilder bearbeiten, Videos schneiden oder aktuelle Games spielen möchte, kann das schnell zu wenig sein. Die Folge: Programme müssen früher als nötig Inhalt aus dem Arbeitsspeicher auf die Festplatte auslagern und das bremst das System aus.

Tipp: Auslagerungsdatei optimieren

Windows XP-Nutzer (und die soll es schließlich immer noch geben) können die RAM-Zuteilung zugunsten Ihrer Anwendungen verschieben, sodass Windows immerhin 3 GB statt nur 2 GB für Ihre Anwendungen reserviert – jedenfalls für solche Anwendungen, die den zusätzlichen Arbeitsspeicher adressieren können.
Und so geht’s: Mit dem Kommandozeilen-Tool Imagecfg.exe des Windows Server 2003 Deployment Kit können zahlreiche 32-Bit-Anwendungen so konfiguriert werden, dass mehr Speicher adressiert werden kann.

Hierzu einfach in Imagecfg.exe unter „Extras“ den Punkt „Ordneroptionen“ auswählen und in die Registerkarte

RAM-Riegel

RAM-Riegel (Quelle: commons.wikimedia.org)

„Ansicht“ wechseln. Anschließend die Haken vor den Optionen „Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden“ und „Geschützte Systemdateien ausblenden“ enfernen.
Nun noch unter „Versteckte Dateien und Ordner“ den Punkt „Alle Dateien und Ordner anzeigen“ aktivieren. Zu guter Letzt mit einem Kick auf „Ok“ das Ganze bestätigen.
Jetzt muss noch eine Anpassung Systemdatei boot.ini vorgenommen werden.
Wichtig: Unbedingt vorher ein Sicherungskopie der boot.ini erstellen und idealerweise ein Backup des kompletten Systems anlegen!

Die Datei boot.ini liegt im Systemlaufwerk, das typischerweise C ist. Diese ist schreibgeschützt, was an dieser Stelle geändert werden muss. Hierzu reicht ein Rechtsklick auf die Datei, die Auswahl des Menüeintrags „Eigenschaften“ und anschließend das Entfernen des Hakens bei „Schreibgeschützt“.
Nun muss die boot.ini bearbeitet werden, was am Einfachsten über den Windows Editor geht. Diesen entweder über das Startmenü aufrufen und die boot.ini laden oder mit einem Rechtsklick auf boot.ini unter „Öffnen mit“ den Editor auswählen.
Der Quelltext der Datei boot.ini umfasst fünf Befehlszeilen. In der letzten folgendes hinzufügen:

/3GB und /USERVA=2990

Jetzt noch die Änderungen in der boot.ini speichern und den Rechner neu starten.
Softwareseitig wurde bei einem 32 Bit-System jetzt das Ende der sprichwörtlichen Fahnenstange erreicht – mehr Arbeitsspeicher kann von Programmen nur noch durch den Umstieg auf ein 64-Bit-System allokiert werden; unter den richtigen Bedingungen stehen dem System dann das bis zu 16 GB zur Verfügung.

Unser Tipp zum Schluss: Wer passenden Arbeitsspeicher sucht, wird im großen und vergleichsweise günstigen Sortiment von www.speichermarkt.de sicher fündig.

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