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War for the Overworld

28.06.2015 Oli 0 Comments

Dungeon Keeper zählte zu den Spielen die mein Leben als Gamer maßgeblich geprägt haben. Jeder Versuch einer Wiederbelebung des Klassikers, inklusive Dungeon Keeper 2, fühlte sich für mich hohl und seelenlos an. War for the Overworld muss sich bei mir also mit einer verschwommenen Erinnerung messen, die bis heute kein Spiel übertrumpfen konnte.

Kurzbeschreibung

Entwickler: Subterranean Games
Jahr: 2015
Steam: http://store.steampowered.com/app/230190/
Kaufempfehlung? Jawohl

Pro

  • Viele verschiedene Räume, die miteinander interagieren
  • Zauber, Fallen und Konstrukte, die die Basisfunktionen von Dungeon Keeper sinnvoll ergänzen
  • Verschiedene Ansätze zur Behandlung von Kreaturen: Intelligente Kreaturen benötigen andere Dinge als „Biester“
  • Original Stimme von Dungeon Keeper 1 zur Narration der Story und der Kommentare im Spiel selbst
  • Sehr schöne Effekte
  • Regelmäßige Patches
  • Ruckhandschläge beschleunigen immer noch das Treiben der eigenen Kreaturen
  • Großartige Sprüche während des Gameplays durch den Berater

Contra

  • Ressourcenhungrig
  • Zu wenig Interaktion zwischen den eigenen Kreaturen (orig DK: Vampire hassten Zauberer, Spinnen töteten Fliegen, etc.)
  • Uninteressante Missionen, Gold meist im Überfluss vorhanden (orig DK: Man konnte womögliche Kreaturen nicht bezahlen, was zu Revolten und Beschädigungen des eigenen Dungeons führen konnte)
  • Langweilige KI – immer die gleichen Angriffspunkte und Einheitenmischungen
  • Forschungsbaum ist zu sehr eingeschränkt und fügt dem Spiel fast nichts hinzu
  • Schwierigkeitsgrad zu niedrig
  • Leveldesign schränkt Dungeonbau zu sehr ein

War for the Overworld ist in vielerlei Hinsicht nicht besser als Dungeon Keeper. Allerdings ist das Spiel auch nicht deutlich schlechter. Für jemanden wie mich, der das Original in die höchsten Himmel lobt, ist es schwer mich auf ein Spiel, das genauso sein möchte, ohne eine 1:1 Kopie zu sein, einzulassen. In jedem Fall ist War for the Overworld aber eines: Der würdigste Nachfolger für Dungeon Keeper, den es je gegeben hat.

Viele Probleme, die mich unendlich an Dungeon Keeper 2 gestört hatten, sind hier behoben. Zum Beispiel war es für mich unerträglich, dass meine Einheiten nach der Aufnahme auf die Hand und folgenden Abwurf im Dungeon erst einmal benommen herum lagen, statt direkt zu kämpfen. War for the Overworld gibt mir dieses wundervoll böse Gefühl, wenn ich Feinde zuerst in meinen Dungeon eindringen lasse, nur um ihnen den Fluchtweg mit einer Mauer aus Fleisch und Klauen abzuschneiden.

Das Gameplay macht schlicht und ergreifend Spaß. Es dauert ein klein wenig, bis man sich mit den Kreaturen angefreundet hat. Mir fehlen die alten Monster aus Dungeon Keeper, die alle so einzigartig und großartig waren, dass es nur schwer ist sie zu ersetzen. Gerade durch die generischen „Orc-artiges-Vieh“, „Oger-artiges-Vieh“, Fantasyviecher, sind so wundervolle Monster wie Teufler und Horny einfach nicht zu ersetzen.

Gegenüber Dungeon Keeper fehlt es War for the Overworld (und allen anderen Möchte-gern Nachfolgern) einfach an Tiefe. Wo genau sehe ich zum Beispiel den Bluttyp meiner Kreatur? Oder ihren Namen? Hm? HM? Nicht, dass solche Funktionen nötig gewesen wären, aber es sind solche Kleinigkeiten im Design, die einer Spielwelt wirklich Gewicht geben.

Was mich unheimlich gefreut hat, war die Stimme der Narration (Englisch). Nicht nur handelt es sich hier um das Original von Dungeon Keeper, darüber hinaus, sind die Sprüche tatsächlich interessant und lustig. So wies mich der Berater mitten in in einer Mission ganz subtil darauf hin, dass er das Spiel durch seine Willenskraft zum Absturz bringen kann. Das ist der Humor, mit dem mich schon Dungeon Keeper für sich begeistern konnte.

Wahrscheinlich ist es einfach zu viel verlangt, dass jemand sich hinsetzt und mir Dungeon Keeper 1:1 mit modernster Grafik neu aufbereitet. War for the Overworld ist aber definitiv das Spiel, das dem alten Gefühl am ehesten gerecht wird. Daher erhält das Spiel meine Empfehlung, mit dem warnenden Hinweis: Unter 8GB RAM, sollte man sich nicht an das Spiel heran wagen. Hier ist auf Programmierungsebene einiges schief gelaufen. Für meine Zeit mit dem Spiel (bei 16GB RAM und paralleler Aufnahme), konnte ich allerdings keine Stabilitätsprobleme feststellen. Das bedeutet aber nicht, dass es sie nicht gibt.

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