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Kinect, Xbox One und Controller

Update: Xbox One: Konkrete Informationen

08.06.2013 Oli 0 Comments

Nachdem sich alle Konsolenhersteller geziert haben, was Details zu ihrer nächsten Konsolen-Generation angeht, gab es einige Verwirrung. Gerade Microsoft glänzte nicht durch eine durchsichtige Informationspolitik. Nun aber hat man in den sauren Apfel gebissen und offizielle Informationen zu den wichtigsten Reizthemen veröffentlicht.

Always On? Sometimes On?

Ursprünglich hieß es, die Xbox One würde eine konstante Internetverbindung benötigen, damit man den vollen Funktionsumfang nutzen könne. Dann hieß es, es sei gar nicht nötig und nun sind wir bei einem 24h Modell angelangt. Das bedeutet, dass die Xbox One alle 24h eine Verbindung zum Server aufbauen muss. Offiziell ist der Grund hierfür, dass eine Synchronisation der Daten stattfinden muss, damit die arme, kleine und hilflose Konsole gesagt bekommt, was der Benutzer eigentlich noch alles benutzen darf. Wieso ist das problematisch?

  • Lächerlicherweise behauptet Microsoft, dass nahezu alle Nutzer über einen Breitbandanschluss verfügen würden. Das ist Unfug. Kaum ist man aus den Ballungszentren raus, kennt fast jeder, unabhängig vom Land, das Problem einen gescheiten Internetanschluss zu bekommen. Für all jene, die also Schwierigkeiten haben eine sinnvolle Internetverbindung zu bekommen, könnten hier die ersten Probleme entstehen.
  • Was ist mit Soldaten, Geschäftsreisenden, Helfern, etc.? Gerade für den US Markt ist es eigentlich ein Sakrileg nicht an die Truppen zu denken. Ein Bataillon im tiefsten Hindukusch hat sicherlich nicht die Möglichkeit alle 24h eine Internetverbindung aufzubauen.
  • Und letztlich: Was ist, wenn mal die Server von MS down gehen oder über 24h nicht mehr erreichbar sind aufgrund eines Fehlers beim Provider oder sonst wo?

Hat die Konsole nach 24h keine Verbindung zum Mutterschiff, darf der Kunde keine Spiele mehr spielen (golem.de berichtete hierüber). Lediglich TV, Blu-ray und DVD sind dann noch gestattet. Dies ändert sich erst, wenn das arme verwirrte Stück Technik seine pubertäre Verunsicherung überwunden hat, durch die Bestätigung von Mutter, dass alles in Ordnung ist (also erst nach einem erneuten Verbindungsaufbau). (Revision siehe Update unten)

BigBrother Kinect

Es hieß, dass die Kinect konstant an sein würde. Das bedeutet: Alles was man tut, egal, ob die Xbox an ist oder nicht (übrigens ist sie immer an, allerdings in einem low Power Modus, damit Dinge wie Updates etc. erledigt werden können, wenn der Nutzer nicht gerade spielen will), wird von der Kinect wahrgenommen. Creepy. Ultracreepy. Vor allem wenn man daran denkt, dass noch kürzlich jeder getauschte Link bei Skype einen kurzen Follow-Up von einem Microsoftserver hatte (alles, was man bei Skype als Link in einer Nachricht eingab, wurde besucht). Gruselig, no? Jetzt heißt es, dass die Kinect nur noch auf einen einzigen Befehl lauscht „Xbox On“, wenn sie nicht genutzt wird. Ansonsten hätte man die volle Kontrolle darüber, was passiert und in welchem Umfang.

  • Wenn die Kinect auf „Xbox On“ wartet, nimmt sie dennoch konstant auf. Was wohl mit diesen Daten geschieht?
  • Gemessen an dem Skypebeispiel, würde ich keineswegs darauf vertrauen, dass die Kommunikation mit der Kinect tatsächlich nur dann von Dritten gesehen wird, wenn ich es explizit erlaube.

Hier wäre also eine gesunde Menge Misstrauen angebracht, wenn nicht sogar panisches Fluchtverhalten.

Kinect, Xbox One und Controller

Kinect, Xbox One und Controller

Gebrauchte Spiele, Verleih und die Familie

Der letzte große Punkt war der Umgang mit gebrauchten Spielen. Das ist ein Problem, das der PC-Markt so im Grunde nicht mehr kennt (wir haben Piraterie! – was viel cooler ist. Weil Piraten besser sind als Gamestop Mitarbeiter). Im Grunde sind alle Maßnahmen, die MS ergreift gegen den Vertrieb von gebrauchten Spielen über Retailer wie Gamestop gerichtet. Das Problem mit diesen ist nämlich jenes: Mäxchen kauft ein Spiel, hat es durch und keinen Bock mehr darauf. Mäxchen ist aber clever und schleppt es zu Gamestop. Dort bekommt er noch ein bisschen Geld. Gamestop verkauft diesen Titel dann wieder für den 3-4x Preis und das ist Reingewinn. Davon geht nichts an die Publisher, die Support leisten müssen und Server betreiben, sowie Spiele weiterentwickeln. Gamestop bietet im Grunde keine Leistung, als Spiele zwischen Spielern für einen gewaltigen Profit zu vermitteln. Sie nehmen die Rolle eines Immobilienmarklers ein, ohne den Aufwand durch die Gegend rennen zu müssen.

  • Spiele können in der sogenannten Family frei geteilt werden. Das sind maximal 10 Personen
    • Wen man alles zur Family hinzufügen darf, sei mal dahingestellt. Aber mit 10 Personen kann man schon recht umfangreich planen, dass Singleplayerspiele nicht doppelt angeschafft werden und dennoch immer das Neueste zur Verfügung steht.
  • Spiele können 1x an jemanden übertragen werden, der mindestens 30 Tage auf der Freundesliste war
    • Also ist soetwas wie ein Handel per eBay immer noch möglich
  • Spiele können bei ausgewählten Retailern eingetauscht werden, sofern der Hersteller dies erlaubt. MS erhält hierfür keine Vergütung.
    • Damit wäre umgangen, dass Firmen wie Gamestop, Gewinne an den Publishern und Rechteinhabern vorbei erwirtschaften.
  • Der Verleih wird zum Start der Xbox One nicht möglich sein -> Kein Ausleihen in einer Videothek

Zumindest der Ansatz, dass Spiele nicht mehr einfach so übertragbar sind, ist ein Guter. Was ich nicht nachvollziehen kann ist, weshalb MS nicht ein eigenes Handelssystem implementiert. So wäre es jedem Spieler möglich die Spiele weiterhin zu verkaufen, die sie nicht mehr wollen und die Publisher könnten einen fixen Anteil des Betrages erhalten. (Revision siehe Update unten)

Xbox One Ja oder Nein?

Ich bin ohnehin kein Konsolenspieler, aber wenn ich mir so ansehe, was für ein Zirkus da betrieben wird, bin ich froh keiner zu sein. Spätestens mit diesem Kinectunfug sträuben sich mir alle Nackenhaare. Wer George Orwells 1984 kennt, der weiß, dass dort alle Räume mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet sind. Hier holt sich jeder Spieler freiwillig ein solches Gerät in sein Wohnzimmer. Man bringe dies in Verbindung mit dem Überwachungsskandal, der gerade in den USA aufgedeckt wird, an dem auch Microsoft beteiligt ist/war, zähle 1+1 zusammen und komme zu dem Ergebnis: Liebe Leute, genug ist genug!

Die Xbox One wird vorläufig keine revolutionären Spiele bringen. Die AAA Entwickler und Hersteller sind sowieso zu faul richtige neue Engines zu programmieren (siehe Call of Duty Ghost) und noch dazu gibt es kaum etwas, das das Geld tatsächlich wert wäre. Meiner Meinung nach sollte sich der passionierte Konsolenspieler einen PC mit Controller zulegen und sich nicht länger an der Nase herumführen lassen.

Kauft sie nicht. Eure Privatsphäre sollte euch mehr wert sein, als ein paar Stunden „Spaß“ mit Spielen, die den faden Nachgeschmack von Pappe hinterlassen.

Lasst uns wissen, was ihr denkt!

Sind unsere Bedenken überzogen? Kann man Microsoft ausreichend vertrauen? Wird die Xbox One so viel neues bringen, dass solche Abstriche zu rechtfertigen sind? Sagt es uns in den Kommentaren :)

Update vom 20.06.2013

In einem Blog-Eintrag ruderte Microsoft nach heftiger Kritik an den oben umschriebenen Plänen wenigstens teilweise zurück. Somit gibt es nun keinen Onlinezwang mehr, nicht einmal alle 24h und die Regelungen zur Behandlung von Gebrauchten Spielen wurden auch geändert.

Eine der wichtigsten Sachen und meiner Meinung nach DER Grund, gegen die Xbox One bleibt aber bestehen, und das ist die Dauerüberwachungsmöglichkeit durch die Kinect. Was das angeht, würde ich mich aber auch kaum von einem offiziellen Statement beruhigen lassen.

#Finger weg!#Xbox One

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